Pressemitteilung vom 10. Mai 2009 – 21. Tag der Besetzung der Philosophischen Fakultät in Zagreb

Die Leitung der Philosophischen Fakultät in Zagreb gab in den Medien gestern bekannt, dass der Unterricht (d.h. die Veranstaltungen) an alternativen Orten, außerhalb der Fakultät organisiert wird, und so wieder der normale Unterrichtsprozess gesichert werden kann. Jeder, der nur annähernd eine Vorstellung über die räumlichen Kapazitäten hat, die gebraucht wären um so etwas wirklich durchziehen zu können, weiß, dass hier nur die Rede von einem weiteren Potemkin-Manöver sein kann. Die Leitung, vom Rektorat und dem Ministerium unter Druck gesetzt, will vor der Öffentlichkeit um jeden Preis den Eindruck hinterlassen, dass sie die Lage unter Kontrolle hat, bzw. dass sie in der Lage ist eine Lösung zu finden.

Allein die Tatsache, dass man sich, trotz der technischen Undurchführbarkeit, auf so einen Zug einlässt, vermittelt klipp und klar wo die Prioritäten jener liegen, die bereit sind so ein Schulspiel auf die Beine zu stellen. Dass die offensichtlich primäre Sorge der Zuständigen, die anscheinende Normalität zu sichern gilt, sagt im Gegenzug etwas über die Natur dieser “Normalität” aus, deren Rückkehr nun aufgezwungen vorgetäuscht wird. Es zeigt, dass der normale Zustand, wie er von den Zuständigen aufgefasst wird -von der Fakultätsleitung, über das Rektorat, bishin zum Ministerium und der Regierung- die Möglichkeit, den Forderungen, die von “unten” kommen nachzugehen, ausschließt.

Der Aufwand, den anscheinend normalen Zustand wieder herzustellen, ist noch ein Versuch, die Besetzung der Fakultät zu ersticken und zu verneinen, und somit auch ihren politischen Sinn. Es geht um eine neue Strategie sich taub zu stellen; dem Versuch der herrschenden Bürokraten so zu tun, als ob nichts passiert wäre.

Wir rufen alle Professoren und Studierende auf, so einem heuchlerischen Manöver nicht entgegen zu kommen, dessen einzige Funktion ist, die ignorierte gesellschaftliche Gewalt, auf welche die Blockade hinweisen und sich widersetzen wollte, unter den Teppich zu kehren. Dies ist die Aufhebung der gesellschaftlichen Gleichheit durch die Aufhebung der Rechte auf Bildung für alle.

Tags:

Leave a Reply