Pressemitteilung vom 11. Mai 2009 – 22. Tag der Besetzung der Philosophischen Fakultät in Zagreb

Der Aufwand des Dekans Miljenko Jurković und der Leitung der Fakultät, den regelmäßigen Unterricht an alternativen Orten, außerhalb der Fakultät zu organisieren, ist ein Versuch in den Medien die scheinbare Kontrolle über die Lage zu inszenieren, die weder die Leitung, noch das Ministerium hat. Die Lösung wird so vorgeheuchelt, dass gleichzeitig der Anlass zur Blockade im politischen und sozialen Sinn übersehen wird. Die Besetzung der Philosophischen Fakultät, sowie der anderen Fakultäten im Land, sind nicht Zweck ihrer selbst. Die Besetzungen der Fakultäten stellen ein Mittel dar, auf den wir gezwungen waren zurückzugreifen, um unsere Grundrechte zu verteidigen, da sich die Verständigung auf amtlicher Ebene als unmöglich gezeigt hat. Die Besetzung ist daher ein Mittel, mit dem die Öffentlichkeit Druck auf die Zuständigen ausübt, und zur öffentlichen Debatte über Fragen des Gemeinnutzes einlädt. Allein die Tatsache, dass dieses Mittel erforderlich war, um zur öffentlichen Debatte über das Recht auf Bildung für alle zu bewegen, zeigt rückzüglich bis zu welchem Maß die Instanzen, die nur scheinbar verpflichtet sind sich um die öffentlichen Interessen zu kümmern, versagt haben: von der politischen Elite, und ihrer bürokratischen Spielchen hinter den Kullisen, bis hin zu den Medien. Die Gehörlosigkeit und Arroganz mit welchen die zuständigen Amtsinhaber allein das Recht auf Bildung abschreiben, ist eine neue Lektion an diejenigen, die die Blockade aufgesttelt haben. Eine Lektion über die regierenden Politiker, die das öffentliche Interesse verachten, und denen, die es im gegebenen Moment schützen wollen.

Um es noch einmal zu verdeutlichen: der reguläre Unterricht ist blockiert, die Veranstaltungen auf alternativ gewählten Orten fassen wir nicht als Unterricht auf, sondern als ein Theaterstück für Medien, und als reine Formsache, die keine Rücksicht auf die Qualität des Unterrichts nimmt. Würden diese Veranstaltungen Teil des regulären Unterrichtsprozesses werden, wäre dies ein Beweiß für die endgültige Kapitulation vor dem Druck, den die amtlichen Instanzen ausüben, aber um den Preis die Grundidee und die Würde aller Teilnehmenden am Unterrichtsprozess zu opfern. Wir rufen Studierende und Professoren auf, dieses Affentheater zu boykottieren.

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